"How-to" Rocking Houston

Notizen eines USA-Novizen
So, 29.9.2002

 

 


Cafes des Riverwalk

 

 


Auch zum Heiraten geeignet

 

 


Kitschbarke auf dem San Antonio River

 

 


Riverwalk again

 

 


La Villita

 

 


Japanese Sunken Gardens

Die Mühen haben sich gelohnt. Die Stadt San Antonio, nach Houston einwohnerstärkste Menschensiedlung in Texas, entpuppt sich als sehr nettes Plätzchen. Nach etwa 3 -stündiger Anreise machte ich mich zunächst auf den Weg in Richtung "The Alamo" - der Touristenattraktion schlechthin in SA.

Schon auf dem Weg dorthin - bei übrigens bestem Wetter - konnte das Stadtbild einigermassen überzeugen. Etwas enttäuscht wurde ich dann allerdings von "Alamo" selbst. Irgendwie hatte ich mir den Laden, in dem die entscheidende Schlacht um die texanische Unabhängigkeit Mitte des 19.Jahrhunderts stattfand, schon etwas imposanter vorgestellt. Das Ausstellungs- und Informationsangebot war auch eher mager. Halt mehr ein Ort für Touristen. Löblicherweise war das ganze aber kostenfrei und - hey - das Wetter war gut (falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte).

Den absoluten Super-Balou der Stadt sollte ich aber wenig später kennen lernen - den Riverwalk! Endgenial! Sowas brauchen wir auch in Lüneburg. Der Riverwalk ist sozusagen eine Art texanisches Venedig. Ursprünglich hatte man in SA einen Kanal durch die Stadt gebuddelt, um Überflutungen zu vermeiden. Zunächst war die Gegend dann nicht so spannend. Mein Reiseführer sagt dazu folgendes: "Most of the occupants used the river for the same romantic purpose as their Venetian counterparts - that is, they dumped their trash into it". Die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

Schon vor einigen Jahrzehnten hat man den Riverwalk zu dem wohl besten Argument gemacht, in San Antonio vorbeizuschauen. Der Riverwalk erstreckt sich durch einen weiten Teil der Innenstadt. Es handelt sich um einen recht schmalen Kanal, der auf beiden Seiten von unzähligen Cafes und Restaurants gesäumt wird. Seine besondere Atmosphäre bezieht der Kanal wohl auch davon, dass er nicht ebenerdig verläuft, sondern sozusagen eine Etage tiefer als die eigentliche Stadt. Ein paar Treppen abwärts und man denkt, man wäre in einer anderen Welt. Doch, sehr schön.

Zwar sind die meisten Läden dort recht überlaufen und die Preise auf Tourismus angepasst, doch sich dort direkt ans Wasser zu setzen und lecker Barbecue Rips zu verspeisen, das ist es wert. Und wenn auch schon der Preis ordentlich war, die Menge konnte sich auch sehen lassen.

Mich würde allerdings interessieren, wie viel Leute da so im Schnitt im Wasser landen. Der Weg ist meist recht schmal, so ein bis zwei Meter, und oftmals durch keinerlei Geländer oder dergleichen abgesichert.

Die eine Seite des Riverwalks endet dann, wie könnte es in Amerika anders sein, regelgerecht im Innenhof des Rivercenters, der grössten Shopping Mall Downtowns. Einkaufen in sehr angenehmer Atmosphäre würd ich sagen.

Weiter im Text, herumschlendern und Geld ausgeben, sollte auch andernorts kein Problem darstellen. Meine Füsse lenkten mich als nächstes nach "La Villita", dem ältesten Stadtviertel San Antonios, dass mittlerweile zu einem Zentrum kleiner Kunstläden geworden ist. Auch sehr nett. Als nächstes ging es zum etwas weiter westlich gelegenen Market Square. Sehr touri-lastig und an Kitsch kaum zu überbieten. Trotzdem, ich hab mir hier lecker Fajitas gegönnt (vielleicht etwas zuviel von der hot sauce, aber nun...) und habe auch hier mein Kommen nicht bereut. Aber wie gesagt, speziell in der Markthalle - ich hab selten soviel Kerschel gesehen. Aber Gott, wer's mag...

Etwas ärgern konnte ich mich dann, dass ich nicht wenigstens eine Badehose eingepackt habe. So hätte ich wenigstens bei - immer noch bestem Wetter - den ausklingenden Tag am Hotel-Swimming-Pool geniessen können.

Am nächsten Tag habe ich mich dann u.a. noch auf den Weg zu den japanischen Teegärten gemacht, etwas nördlich von Downtown. Nicht besonders gross, aber nett angelegt. Wirkte Downtown sehr sauber und sicher, konnte ich mir auf den Weg dann auch gleich ein Bild davon machen, wie es sonst so in SA aussieht - mal wieder alles andere als vertrauenserweckend. Und vor allem menschenleer. Das dürfte allerdings nachts ganz anders sein, an der North St.Marys Street konnte ich registrieren, dass sich ein Klub an den anderen reihte.

Interessant übrigens, dass nach meinem Empfinden schon unheimlich viele Amis mal in Deutschland waren. Das galt selbst für die Verkäuferin irgendeines Gammel-Liquor-Stores weit vor den Toren Downtowns. Gut, da liegt dann schnell auch mal Vienna in Deutschland, aber das sehen wir ja nicht so eng. Und - hier in Texas beneidet man uns um das Wetter. Nicht so heiss.... ja, so kann es gehen.

Der Wochenend-Trip nach SA hat sich also allemal gelohnt. Als nervig hat sich allerdings bei meiner Rückkehr nach Houston mal wieder die Busstation erwiesen. Was da an Gestalten rumlungert geht auf keine Kuhhut. Das gleicht doch schon eher einem Spiessrutenlauf, wenn man dort die Station verlässt und versucht möglichst schnell zu Fuss nach Downtown und damit zum lokalen Bussystem zu gelangen. Kein Spass, muss ich wirklich nicht dauernd haben. Mal ganz davon abgesehen, dass ich die meisten Typen dort überhaupt nicht verstehe, wenn sie meinen mich zulabern zu müssen. Aber wieder mal ein Beispiel für die extremen Klassenunterschiede in Amerika. Wer halbwegs was verdient, setzt in die Gegend keinen Fuss und ja auch schon gar nicht in einen Bus.

Monte Miersch

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