"How-to" Rocking Houston

Notizen eines USA-Novizen
Mi, 4.9.2002

 

 


Der Doc ist da!

 

 


Und der hier war nie weg.

 

 


Das Stück Plastik schlechthin

Der geneigte Leser wird sich vermutlich gewundert haben, dass sich hier die letzten Tage nichts getan hat. Die Erklärung dafür ist schnell gefunden. Seit vergangenem Mittwoch verweilt auch Dr.Style im Lone Star State. Dazu aber später mehr.

Zunächst will ich mich aber über meinen neuen Lieblings-Hirnfick auslassen. Aufmerksame Verfolger der Notizen werden sich vielleicht entsinnen, dass ich hier ewig und drei Tage auf meine ID-Karte warten durfte, die gleichzeitig als Zugangskarte zu den Residence Halls dient. Mittlerweile habe ich ja diese güldene Karte. Zwar nicht das Original, auf das warte ich immer noch, jedoch waren die Damen und Herren vom Office so nett, mir eine temporäre Karte auszustellen. Das heisst im Klartext, endlich problemloses Verlassen und Betreten meiner Unterkunft auch nach 21 Uhr!

So weit, so gut. Wenig später hat der betagte Student erfahren, dass man das Eingangstor, dass eben aus Sicherheitsgründen ab 21:00 Uhr verschlossen wird, ganz einfach... aufzuziehen ist!! Scheiss auf die Karte, einfach dezent dran ziehen und - schwupp - schwingt das Ding von selber auf. Safety as its best! Der Sonder-Balou erster Klasse ist, dass wir dann gerade auch noch so ein hochinformatives Treffen der Halls-Bewohner hatten. Da traten die Obermotze auf und erklärten uns so tolle Dinge wie dass man, wenn man noch keine 21 und beim Alkoholkonsum erwischt wird, standesrechtlich erschossen wird. Selbiges gilt für den Fall, dass man ausserhalb seines Raumes prozenthaltiges geniesst. Sollte beides gleichzeitig zutreffen, wird noch was viel schlimmeres passieren, was wir uns gar nicht ausmalen können. Und sollten wir jemanden anderen dabei erwischen, sollen wir umgehend die Polizei verständigen. Der Sicherheit wegen.

Ja und bei diesem Treffen wurde auch noch mal eindringlich das Thema Eingangstor behandelt. So richtig mit Betonung, dass nur die Bewohner von Cougar Place auf das Gelände können und ID-Karten anderer Studenten nicht funktionieren würden. ...müssen sie ja auch nicht... man muss ja einfach nur das Tor aufmachen... mit der Hand, nicht mit der Karte. "It's for YOUR safety!" Tolle safety!!

So ein bisschen erinnert mich das Szenario an mein Auslandssemester in England. Da wurde auch der höchstmögliche Grad an Sicherheit gepredigt. Das muss man sich dann so vorstellen, dass wenn man sich davor schützen möchte, dass bei einer Flut Wasser ins Haus eindringt, alle Fenster zugenagelt werden, aber die Tür offen steht bleibt. Diese Philosophie hat man auch in Houston verinnerlicht. Und gerade wird drei Strassen weiter wieder einer abgeknallt.

Genug des Sarkasmus, als nächstes berichte ich von Sommer, Sonne und Strand. Garantiert ID-Karten-frei, dafür mit Captain Morgan. Unter freiem Himmel. Prost!

Monte Miersch

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